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23.04.2018 00:06 Alter: 31 Tage

Saskia Stiwitz erhält Stipendium für die Rheinhessen-Akademie


MAINZ-BINGEN - Gleich vier junge Frauen können sich über ein Stipendium für die Rheinhessen-Akademie freuen und sich aus dem aktuellen Programm einen Kurs ihrer Wahl aussuchen – ob Porträtzeichnen oder das angesagte Urban Sketching, ob Aquarellmalerei oder abstrakte Kunst.

Damit legte die Mainzer Volksbank (MVB) diesmal noch eine Schippe drauf und sponserte im zehnten Jahr ihrer Unterstützung für die Rheinhessen-Akademie ein Stipendium mehr als die sonst üblichen drei. Über die Förderpreise freuen sich die 17-jährige Magdalena Packeiser aus Oppenheim, Mira Petri, 16, aus Sörgenloch, Theresa Seidel, 17 Jahre alt und aus Alsheim, sowie die erst 14-jährige Saskia Stiwitz aus Bad Kreuznach. „In diesem Jahr war das Niveau extrem hoch“ lobte Ralf Gerster, Leiter des MVB-Regionalcenters Oppenheim, die Bewerber um die besten Plätze bei dem Kunstwettbewerb, zu dem der Leiter der Rheinhessen-Akademie, Dietmar Gross, wieder den künstlerischen Nachwuchs der Region aufgerufen hatte. Dieser dankte dem Geldinstitut für die zuverlässige Unterstützung: „Es ist die einzige Förderung der Bildenden Kunst in unserer Region“, nannte er sein Genre ein „Stiefkind“ des Kultursponsoring.

„Es gibt so viele Talente, aber sie müssen früh gefördert werden“, sagte Gross und verwies darauf, dass von den bislang gut 30 Teilnehmern des Jugendsponsorings der Akademie 80 Prozent tatsächlich im professionellen Kunstbereich angekommen seien. Acht – wie immer ganz überwiegend weibliche – Teilnehmer hatten ihre Mappen eingereicht, die in den unterschiedlichsten Techniken Zeugnis ablegten davon, mit welch intensiven Blicken und ungewohnten Perspektiven die jungen Frauen ihre Umwelt und die Menschen darin wiedergeben. Und so niedrig wie in diesem Jahr lag das Durchschnittsalter noch nie.

So ist Saskia Stiwitz erst 14 Jahre jung. Die Achtklässlerin der Crucenia-Realschule in Bad Kreuznach beweist, dass der Ruf der Rheinhessen-Akademie mittlerweile über die Grenzen der namensgebenden Region hinaus wirkt. Und unter anderem mit ihren frappierend genauen Handstudien oder Porträt-Skizzen belegt sie das, was ihre Kunstlehrerin Anne-Christin Krollmann, die neben Papa Thorsten Stiwitz auch zur Preisübergabe nach Oppenheim gekommen war, in ihrem Empfehlungsschreiben an Akademieleiter Gross dargelegt hatte: „Ich unterrichte seit zehn Jahren das Fach Bildende Kunst in der Mittelstufe – nie hatte ich eine begabtere Schülerin.“ Was mit Langeweile-Kritzeleien im Hausaufgabenheft seinen Anfang nahm, hat sich bei Magdalena Packeiser zu ernstzunehmenden Bildern gemausert. „Am liebsten würde ich wohl einen Aquarellkurs belegen“, überlegt die Oppenheimer Gymnasiastin, wird aber wie die übrigen Stipendiatinnen das von Dietmar Gross angebotene Beratungsgespräch wahrnehmen. Bei Mira fing alles vor drei Jahren an: „Wir sollten auf einer Klassenfahrt Rohre zeichnen“, erinnert sich die junge Sörgenlocherin, die jetzt folgerichtig im Nieder-Olmer Gymnasium das Fach Kunst als Leistungskurs wählte und mit überaus dynamischen Porträts in unterschiedlichen Techniken beeindruckt. Ebenso wie Theresa Seidel aus Alsheim, deren Gemälde und Zeichnungen von reifem Ausdruck und genauer Beobachtung zeugen.